
Die Kennzeichen einer therapeutischen Trance bzw. Lösungstrance sind
die oben beschriebenen:
Der Körper ist entspannt, der Atem fließt, es ist beliebig
viel Zeit vorhanden, Erleben von Glück .... Wird dieser Zustand bei
der Verrichtung von alltäglichen Arbeiten erreicht, spricht man vom
Flow-Zustand: Alles geht einem leicht von der Hand, man ist in seine Arbeit
vertieft und gleichzeitig bei sich, der Geist ist hellwach und präsent
- ein Zustand des erfüllten Tätigseins.
Der entscheidende Unterschied in der Physiologie und im Befinden wird
dadurch bewirkt, dass die innere Aufmerksamkeit in der Problem-Trance
auf das Problem fokussiert ist, und in der therapeutischen Trance auf
den erwünschten Zustand, auf das angestrebte Ziel, auf eigene Ressourcen.
Man ist bei sich, mit sich selbst verbunden. Der innere Kampf bzw. Konflikt
hört auf.
Die therapeutische Trance dient dem Erkunden von internen, bereits vorhandenen
Ressourcen, und dem Finden von Zielen und Visionen, und nicht dem Suggerieren
von vorgefertigten Lösungen von außen, schon gar nicht von
Lösungen die der Therapeut für richtig hält, im Sinne von:
„Ich weiß, was für dich gut ist!“ Die einzige Instanz,
die wirklich kompetent ist im Finden von Zielen und im Konstruieren von
Lösungen, liegt im Klienten selbst. Leider ist diese oft nicht zugänglich
im Alltagsbewusstsein. Ein Therapeut hat die Aufgabe, den Klienten zu
unterstützen, den Zugang zu dieser inneren Lösungs-Kompetenz
wieder zu finden.
Nach meiner Erfahrung ist es am sinnvollsten, in einer mittleren Trance-Tiefe
zu arbeiten, das heißt dass der Klient alles bewusst miterlebt was
geschieht. Ein Ausstieg aus der Trance ist für den Klienten jederzeit
möglich. Das Denken des Klienten ist ruhig und im Tempo der Atmung,
der Geist ist hellwach und präsent, während der Körper
tief entspannt ist. In diesem Zustand finden die wesentlichen Heilungsprozesse
statt, und das Bewusstsein des Klienten bekommt alles mit.
